Alexander Ruperti
Alexander Ruperti wurde in Deutschland von Russischen Eltern 1913 geboren in England und in Deutschland erzogen. Während seines Aufenhaltes in England, besuchte er Alice Baileys Arkanschule und war Mitglied der Astrological Lodge, in der er mit Charles E. O. Carter studierte. Er fing an, Astrologie 1937 professionell auszuüben.
In 1939, beendete er sein osteopathie- und körperliches Therapietraining
und zog dann in die Schweiz , in der er sich bis zu seinem Tod im Januar
1998 befand. Dort unterhielt er eine ganztägige Praxis in Osteopathie,
körperliche Therapie und Heilen wobei er sich mit den Geburtshoroskopen vieler Patienten beschäftigte, um das grundlegende Problem hinter der körperlichen Beanstandungen zu verstehen.
Von Dane Rudhyars Arbeit (der Astrologie der Funktionseigenschaft
1936) sehr beeindruckt, fand er eine positive, ganzheitliche Annäherung zur Astrologie 1939 , begann sie zu unterrichten und setzte solche Kurse für viele Jahre danach fort. Er war vermutlich die erste Person, die solch eine moderne, psychologische Art Astrologie in Europa förderte.
Nachdem er weitgehend die Vereinigten Staaten 1975 bereiste und durch das große Interesse an seinen Ideen und Vorträgen angeregt wurde, zog sich Herr Ruperti von seiner Praxis in den heilenden Künsten zurück, um mehr Zeit für astrologisches Schreiben zu widmen. Obgleich seine Artikel in einer ganzen Reihe von astrologischen Zeitschriften erschienen, war Kosmische Zyklen ( "Cycles of becoming"CRCS Publications, Reno, Nevada, 1978) sein erstes in Amerika veröffentlichtes Buch.
Ich lasse hier Ruperti selbst sprechen. Hier das Schlußwort seines Buches "Kosmische Zyklen", das er Dane Rudhyar widmete:
Die humanistische Aufgabe besteht in erster Linie darin, so vollständig wie möglich zu dem zu werden, was man potentiell ist. Jeder Mensch wird mit dem Ziel geboren, die in seinem Geburtshoroskop enthaltene Verheißung auf möglichst reine Art und Weise zum Ausdruck zu bringen. Auf dem Wege dahin kommt es natürlich zu Problemen, die es zu lösen gilt, und zu Herausforderungen, denen man sich stellen muß. Rudhyar sagte einmal, daß wir in gewisser Weise sowohl der Ausdruck eines Problems als auch gleichzeitig dessen mögliche Lösung sind. Insofern kann ein Mensch das Problem nur dann lösen, wenn er wirklich ist, was ihm sein Horoskop als Potential aufzeigt. Von einem bestimmten Standpunkt aus erscheint das Leben an sich als dieses Problem - wobei dies vielleicht ein vereinfachender Gedankengang ist. Jeder von uns ist ein Beispiel dafür, was ein Mensch sein kann- und jedes Individuum besitzt etwas, über das sonst niemand verfügt. Dies gilt nicht nur im Hinblick auf individuelle Gaben und Talente, sondern insbesondere im Hinblick auf den individuellen Teil der Wahrheit, die jeder Mensch zum Ausdruck bringen muß. Die gesamte Wahrheit wird in der Gesamtheit all dieser Teile liegen. Deshalb muß jeder Mensch seine eigene Methode und seine individuelle Art finden, diese Wahrheit auszudrücken.
Es ist nicht leicht, der humanistischen Aufgabe gerecht zu werden; ein bewußtes Leben zu führen setzt voraus, ein echtes Individuum zu sein, und um ein echtes Individuum sein zu können, muß man sich in erster Linie von anderen Menschen bzw der gedankenlosen Mehrheit abgrenzen. Der Mensch muß durchaus ein Gefühl dafür haben, was die anderen bewegt und was sie glauben und denken. Man muß aber die Dinge für sich selbst ergründen und darf nicht die Meinung der Menschen, die einen umgeben, übernehmen. Daher muß sich der Mensch ,zunächst von der übrigen Welt psychisch lösen .Diese Loslösung stellt zwangsläufig den ersten Schrift im Prozeß der lndividuation dar. Das Individuum muß aus dem psychischen Schoß der Familie und der Gesellschaft geboren werden. Es ist dies im allgemeinen der schwierigste Teil des gesamten Prozesses: die Befreiung von all dem Druck und den Vorurteilen der persönlichen Umgebung wie von all den Gedanken und Wertvorstellungen, die andere Menschen sich zu eigen gemacht haben und die man nun nicht mehr als selbstverständlich betrachten darf. Die Konsequenz aus diesem muß nicht sein, keine Gefühle bzw. Emotionen mehr zu haben; man muß allerdings lernen, seine Gefühle auf ganz persönliche Art zu erfahren. Insofern ist es notwendig, daß sich der Mensch zunächst Klarheit darüber verschafft, wie seine gewohnheitsmäßigen Gefühle und die Art und Weise seines Denkens durch das Vorbild und die Normen der Menschen der Umgebung geprägt wurden. Wenn es einem Menschen gelungen ist, sich von der etablierten Sicht- und Handlungsweise zu lösen, wird er in der Lage sein, etwas Neues beizusteuern. Wie kann der Mensch sein Horoskop benutzen, um diese -neue Sichtweise zu erlangen? Der erste Schritt besteht darin, entsprechend der Bedeutung zu leben, die man dem jeweiligen Alter beimißt (Vgl. Kapitel II »Der Altersfaktor«). Die individuelle Entwicklung ist unauflösbar mit dem Altersfaktor verbunden, weil dieser die allgemeine (generische) Grundlage für alle individuellen Veränderungen zum Inhalt hat. Vor dem Alter von 28 Jahren versucht jeder Mensch - bewußt oder unbewußt-, dem Zeitgeist zu entsprechen. Hierzu muß der Betreffende zunächst das von seiner ethnischen und kulturellen Vergangenheit Geleistete ergründen, das zum gegenwärtigen Zustand geführt hat. Statt jedoch weiterhin der Vergangenheit verhaftet zu sein - wie es viele Menschen sind -, wird der humanistisch Orientierte versuchen, diese als Ausgangspunkt für etwas Neues zu benutzen. Anders ausgedrückt: Er wird nicht einfach mit kleinen Veränderungen die in Wahrheit keine sind – das wiederholen, was bereits getan wurde. Statt dessen wird er versuchen, etwas beizutragen, was vorher noch nicht existierte. Insofern sollten diese 28 Jahre die Anpassung an die Resultate der Vergangenheit beinhalten. Ein Individuum muß, um seine wahre Identität zu entfalten, Herr werden über alle ihm zur Verfügung stehenden Funktionen, Talente und - innerliche wie äußere - Besitztümer. Der Mensch kann vor dieser Zeit im psychologischen Sinne kein wirkliches Individuum werden. Auch ein Wunderkind ist noch kein wahrhaft kreatives Individuum. Es ist der Ausdruck einer familiären oder seelischen Vergangenheit, und wenn es bei Erreichung der persönlichen Reife mit seinen Gaben nichts anzufangen weiß, wird es vermutlich in Vergessenheit geraten. Das wahrhaft kreative Leben als wirkliches Individuum kann nicht vor dem 28. Lebensjahr beginnen.
Es gibt kein bestimmtes Alter, in dem es zu früh wäre, sich der humanistischen Einstellung zu verschreiben - irgendwann nimmt alles seinen Anfang. Ein Mensch kann sein Studium durchaus vor Erreichung des 28. Lebensjahres beginnen - wie ja beispielsweise auch die Ärzte ihre Studien vor diesem Alter aufnehmen. Hier besteht die Maßgabe, die humanistischen Prinzipien zunächst nur auf das eigene Horoskop zu beziehen, und nicht zu versuchen, die Astrologie nur für andere einzusetzen. Humanistische Astrologie muß zuallererst eine persönliche Erfahrung sein. Aus dieser persönlichen Erfahrung kann dann weitere humanistisch-astrologische Arbeit erwachsen. Derjenige, der die humanistische Einstellung übernehmen möchte sollte sein eigenes Geburtshoroskop als Ausgangspunkt nehmen. Nach dem Versuch, seine Geburtsstruktur zu ergründen, sollte er alle zurückliegenden Progressionen und Transite berechnen, um zu erkennen, wie er deren Einfluß in das eigene Leben integriert hat. Das setzt voraus, den tieferen Bedeutungen der astrologischen Faktoren seine bewußte Aufmerksamkeit zu widmen. Der humanistische Astrologe wird Progressionen und Transite nicht im Hinblick auf Ereignisse bzw. das Auf und Ab persönlicher und gesellschaftlicher Erfolge untersuchen; er wird bemüht sein, deren Potential für den persönlichen und gesellschaftlichen Reifeprozeß zu sehen und zu nutzen.
Wirkliche persönliche Reife zu erlangen ist heutzutage schwieriger denn je weil unsere Gesellschaft die Menschen in einem fortwährenden Zustand von Unreife hält und sie dazu bringt, alles zu kaufen, was die Industrie produziert. Der moderne Lebensstil ist auf die Befriedigung des persönlichen Stolzes angelegt und regt das Gefühl des Menschen für Gier und Neid an. Er bestärkt die menschliche Trägheit und Selbstgefälligkeit, geht mit einer grundsätzlichen Furcht vor Unsicherheit einher und läßt das Individuum in einer kindlichen Abhängigkeit oder einer rücksichtslosen Ellbogenmentalität verharren. Gesellschaftliche und moralische Verhaltensprinzipien haben ihre Bedeutung verloren, weshalb die persönlichen Kontakte zunehmend von Verantwortungslosigkeit geprägt sind. Tiefenpsychologie oder eine wahrhaft psychologisch ausgerichtete Astrologie kann dem Menschen zu größerer Reife verhelfen. Voraussetzung dafür ist allerdings, nicht vor der persönlichen Verantwortung zu fliehen, indem man - was häufig geschieht - sich in schädlicher Art und Weise auf äußere "Einflüsse" für seine Handlungen, seine Erlebnisse und sein Wesen beruft. Die humanistische, personenzentrierte Astrologie kann den individuellen Reifeprozeß fördern, weil sie ein objektives, aufrichtiges und gelassenes Verständnis aller grundlegenden Facetten der Persönlichkeit ermöglicht. Durch sie kann zu jeder Zeit der wichtigste Kristallisationspunkt der persönlichen Entfaltung ins Bewußtsein gerückt werden.
Der Mensch, der während seines Lebens das Notwendige tut, wird keine Zeit haben, sich wie ein verwöhntes Kind zu gebärden. Er wird sich nicht als ein ewiges Opfer des Kosmos sehen und ständig darüber nachsinnen, weshalb ausgerechnet ihm dieses Elend widerfahren muß. Ein Astrologe muß erkennen, daß das grundsätzliche Problem der meisten Menschen heutzutage darin besteht, nicht zu wissen, was sie tun sollen. Wegen der heillosen Unordnung der Werte in der modernen Welt wird das Leben nicht mehr durch wertvolle moralische und spirituelle Verhaltensprinzipien strukturiert. Es ist die Aufgabe des Psychologen bzw. des astrologischen Psychologen, die persönlichen Probleme, Ängste und Konflikte aufzulösen, von denen die Menschen des 20. Jahrhunderts heimgesucht werden. Der humanistische Ansatz kann hier das Wissen beitragen, in welche Richtung die Arbeit des Individuums zielen sollte in Anbetracht der das ganze Leben währenden Aufgabe, zu vollständiger persönlicher Reife zu gelangen. Wenn ein Astrologe Probleme im Zusammenhang mit der Pubertät oder der Menopause auf die zu dieser Zeit stattfindende Saturn-Opposition zur Radixstellung zurückführt und den »Einfluß« dieses Planeten für häufig auftretendes Leid und Konflikte verantwortlich macht, kann er Astrologie niemals psychologisch konstruktiv anwenden. Man sollte Astrologie nicht betreiben, um mit seinem »freien Willen« von den Planetenaspekten angezeigte biologische bzw. individuelle Krisen zu vermeiden. Dem Astrologen sollte bekannt sein, daß Wachstumskrisen in jedem Leben in Erscheinung treten müssen. Krisen sind aufgrund ihrer Bedeutung für die Entfaltung der Persönlichkeit notwendig. Die individuelle Freiheit besteht Nicht darin, sich für oder gegen eine Krise zu entscheiden, sondern in der Bedeutung, die das Individuum einer Krise beimißt.
Die Fähigkeit, den Dingen eine Bedeutung zu geben, ist ein spirituelles Charakteristikum des Menschen. Die Humanistische Astrologie ist in der Lage, diese Fähigkeit zu entwickeln. Für den humanistischen Astrologen beinhaltet der Wert, den der Mensch einer Erfahrung bzw. einem Ereignis zuschreibt nicht wirklich deren Qualität. Bewertungen - »gut« oder »schlecht«, »günstig« oder »ungünstig« - resultieren aus dem Denken und Fühlen einer Person zu einer gegebenen Zeit. Wenn man die seinen Taten, Gefühlen und Gedanken zugrundeliegenden Wertbegriffe verändert, wird sich auch die Bedeutung der Erfahrungen wandeln. Wenn ein Astrologe ein mögliches Geschehnis als »schlecht« etikettiert, weil in der astrologischen Literatur die beteiligten Planeten bzw. ihre Aspekte als »Übeltäter« bzw. »unheilvoll« bezeichnet werden oder weil ein in Verbindung mit Katastrophen stehender Fixstern einen signifikanten Tierkreisgrad besetzt, wird die Interpretation aus naheliegenden Gründen einen negativen Einfluß haben Die Bedeutung die der Klient dem Geschehnis dann zuschreibt, wird ebenfalls negativ sein – und das ist in psychologischer Hinsicht von großem Übel. Der Astrologe sollte so früh wie möglich begreifen, daß jede astrologische Konstellation in einen spirituellen Sieg verwandelt werden kann. Wenn ein Astrologe dies nicht anerkennt und durch negative - zu Angst, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen führende - Ratschläge einen solchen Sieg verhindert, ist er eine Bedrohung für die Gesellschaft. Der breiten Öffentlichkeit ist - wenn ereignisorientierte Astrologen dies nicht tun - vor Augen zu halten, daß astrologische Faktoren sich nicht auf außerhalb des Individuums stehende Ereignisse oder Kräfte, sondern auf Wachstumsphasen der Persönlichkeit beziehen.
Nicht wahrgenommene Wachstumsmöglichkeiten werden später unweigerlich zu Konfrontationen mit dem Unerledigten führen. Das ist die wahre Bedeutung von Karma: unvollendete bzw. nicht abgeschlossene Angelegenheiten der Vergangenheit. Wenn der Mensch sich jedoch allen Erfordernissen des Lebens voll und ganz stellt, werden die Aufgaben nicht unvollendet bleiben. Dieser Weg bedeutet spirituelle Vervollkommnung- allerdings nicht das Ende des spirituellen Wachstums. Wenn man alle individuellen Aufgaben erfüllt hat, kommt der Augenblick, wo man größere Verantwortung zu übernehmen aufgefordert wird: das Karma von Gruppen und schließlich das der gesamten Menschheit. Dies ist das spirituelle Ideal, für das das Leben Jesu Christi beispielhaft ist.
Um sich den Herausforderungen des Lebens stellen und als bewußtes »ich« wachsen zu können, muß man sich zunächst seines individuellen »Ichs« und dessen Zweck bewußt werden und einen Reifungsprozeß durchmachen. Wenn der Mensch diese Notwendigkeit nicht versteht oder fühlt, kann er nicht bewußt und bedeutungsvoll die - physischen und psychischen, bewußten und unbewußten - Energien und Kräfte nutzen, die ihm durch Erbe und Umwelt als Mittel zum Selbstausdruck zur Verfügung stehen. In diesem Falle werden ihn diese Energien und Kräfte benutzen. Astrologisch gesehen wird das 2. Haus das 1. beherrschen. Der Mensch wird sich - wenn ein Planet nach dem anderen durch Progressionen oder Transite in den Vordergrund rückt - als Ausdruck der verschiedenen Instinkte, Triebkräfte und Bedürfnisse begreifen bzw. sich durch diese beherrscht fühlen. Präsentiert der Astrologe ein Geburtshoroskop lediglich als das Bild verschiedener Triebkräfte und Bedürfnisse, werden weder er noch sein Klient jemals begreifen, wie mit diesen konstruktiv umgegangen werden kann. Die Humanistische Astrologie schreibt dem Selbst einen größeren Wert als dessen Kräften zu. Sie versucht, dem Menschen die Erkenntnis zu vermitteln, daß sein Lebenszweck darin besteht, seine Kräfte im Sinne der vom Horoskop symbolisierten spirituellen Qualität des Seins bzw. deren progressiven Entwicklung einzusetzen.
Der Astrologe trägt für die Reaktionen auf und den Umgang des Klienten mit seinen Ratschlägen persönliche Verantwortung. Es sollte niemals versucht werden, dem Klienten - ohne Rücksicht auf die Folgen - zukünftige Geschehnisse aus dem Horoskop »lesen« zu wollen. Dies wäre - wie hochentwickelt und »wissenschaftlich« die eingesetzten Mittel auch sein mögen - keine psychologisch-astrologische Beratung, sondern simple Wahrsagerei. Der Astrologe sollte sich stets - bevor er etwas sagt oder schreibt - die Frage stellen, was der Klient mit der ihm angebotenen Information tun, kann. Da alle astrologischen Faktoren eines Geburtshoroskops, inklusive der Progressionen und Transite, sowohl ein positives wie auch negatives Potential beinhalten, besteht keine Notwendigkeit, daß der Astrologe bei seiner Beschäftigung mit gegenwärtigen und zukünftigen Potentialen die negative Bedeutung hervorhebt. Er muß das auf die gesamte Entfaltung und den Zweck des Lebens bezogene Wesen der Herausforderung deutlicher machen. Die Entscheidung, sich positiv oder negativ zu verhalten, steht einzig und allein in der Verantwortung des Klienten. Wobei »positiv« oder »negativ« den Weg kennzeichnen, der entweder zu spiritueller Erfüllung oder zum Verlust des Selbst zugunsten materieller Werte führt.
Abschließend möchte ich noch einmal klarstellen, daß wenn ich sage, daß Progressionen und Transite die Art zeigen in der ein Mensch seinem »Lebenszweck« entsprechend handeln sollte, niemals bestimmte Taten oder Ereignisse gemeint sind. Für kein Individuum ist das Schicksal festgeschrieben. Für jeden Menschen - gleich welchen Alters - bestehen ständig die verschiedensten Möglichkeiten, deren jede latente Energie zu ihrer Verwirklichung enthält. Die astrologischen Faktoren beschreiben die Art der Möglichkeiten, die einem Menschen zur Verfügung stehen - und das ist es, was der Astrologe seinem Klienten aufzeigen kann. Es ist nicht die Aufgabe des Astrologen zu entscheiden, welche Möglichkeit realisiert werden wird. Er kann zwar dem Klienten vor Augen führen, daß sich Möglichkeiten auf vielerlei Arten und Realitätsebenen konkretisieren können - die Entscheidungen müssen aber dem Klienten überlassen bleiben. Gelingt es dem Menschen nicht, eine Entscheidung zu treffen oder seinen Willen in eine bestimmte Richtung einzusetzen, werden die Impulse aus der Vergangenheit ihre Macht behalten. Die Zukunft wird dann durch unvollendete Aufgaben, durch Ängste und Frustrationen und den Druck familiärer, sozialer oder nationaler Einflüsse bestimmt. Wenn jemand sein Schicksal nicht selbst bestimmt, wird die Vergangenheit dies tun. Dies gilt insbesondere dann, wenn man sich vor der Wiederholung einer schwierigen Erfahrung fürchtet. Die bloße Angst kann es möglich machen, daß potentielle Erfahrungen Wirklichkeit werden. Man darf nicht der Astrologie die Schuld geben, wenn man statt eines bewußt gewählten Weges in Passivität gewartet oder richtungslos auf das Leben reagiert hat Deshalb sollten wir lernen, die Astrologie als Hilfsmittel für ein bewußteres Leben einzusetzen: als Mittel, das, was auf dem Spiel steht, wenn die Augenblicke der Entscheidung in unserem Leben kommen, in klarem und wachem Bewußtsein zu erkennen. Die durch Konjunktionen, Halbquadrate, Quadrate, Eineinhalbquadrate und Oppositionen markierten kritischen Phasen stellen in allen planetarischen und zwischen-planetarischen Zyklen Augenblicke der Entscheidung dar, zu denen wir mit wachem Bewußtsein Begrenzungen unseres Wachstums bzw. Fesseln der Vergangenheit ablegen sollten. Zu jeder Zeit begegnen wir dem Leben auf die uns am angemessensten scheinende Art und Weise, das Gleichgewicht unseres inneren Wesens veranlaßt uns ständig, eine bestimmte Haltung einzunehmen, von der wir glauben, daß sie uns zum Besten gereicht. Durch Krisen und die zahlreichen Niederlagen im Leben lernen wir langsam, das Gleichgewicht unseres Wesens zu verändern. Und so wachsen wir. Es gibt keinen anderen Weg.
Siehe auch:http://www.solsticepoint.com/astrologersmemorial/ruperti.html
Und:http://www.stand.cz/astrologie/czech/texty/rez-ru-a/rez-ru-a.htm
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