ANALYSE DER MONDKNOTEN

Unter dem Gesichtspunkt der karmischen Astrologie, die ich ausübe, wird das Radix eines Individuums als ein Stück Karma betrachtet, das einmal ausgereift, seine Früchte in der jetzigen Inkarnation tragen muß. Die energetische Struktur, so wie sie von vergangenen Reaktionen und Anhaftungen resultiert, bringt eines Tages Resultate hervor, die das Gesamtbild der Komponenten einer Person bildet.

Wir befinden uns also hier in einer rationalen Vorgehensweise: die der Kausalität. Einer gebildeten Ursache folgt unweigerlich eine Wirkung . Diese Wirkung manifestiert sich sichtbar, wenn die Umstände es erlauben. Wir reden hier nicht über Metaphysik. Es gibt keine Aktion ohne Reaktion, und zwangsläufig keine Reaktion( physisch, mental, psychisch) ohne vorangegangene Wirkung.

LATENTE NEIGUNGEN

Das ist, als kämen wir mit einem Koffer auf die Welt. Er öffnet sich bei der Geburt ( Disposition des Themas um den nördlichen Mondknoten, fundamentale Richtung). Das ist unser Gepäck in diesem Leben. Aber unsere Existenz beschränkt sich nicht nur auf dieses Stück Gepäck: die Gesamtheit der energetischen Struktur des Zodiaks (Zeichen und Planeten) steht zu unserer Verfügung, wenn wir genügend Phantasie und Intelligenz besitzen, sie zu nutzen.

Es sind nur unsere latenten Tendenzen die uns vorbereiten, sie entweder so oder so zu gebrauchen. Es sind diese Tendenzen, die jene Leitfaden , auf denen wir unsere Individualität, unsere jetzige Persönlichkeit aufbauen , bestimmen.

Diese Person hat niemals vorher existiert. Sie ist das Ergebnis der seit der Geburt vermerkten Tendenzen und der Wechselwirkungen , die sich zwischen der Außenwelt (Familie, Milieu, Erziehung) und den Antworten, die die Person bereit ist, sich selbst in Bezug auf ihre Prägungen zu geben, bilden.

So erzeugen sich die Samskaras des jetzigen Lebens: Gedankenformen die jetzigen Antworten bestimmend und die aus einem angeborenem Verhaltens- Ganzen resultieren, die wiederum Entscheidungen (Planeten) beeinflussen, in verschiedenen vorherbestimmten Tätigkeitsfeldern (Häuser).

Deshalb können wir sagen, daß der Mensch nicht das Spielzeug einer blinden Fatalität ist. Er ist es, der in der Art wie er das Leben versteht, das Universum erfaßt, nach seinen eigenen Tendenzen, und die groben Züge seines Schicksals bestimmt.

KARMISCHES DENKEN

Keine unserer Entscheidungen bezüglich unseres Lebensweges entspringt dem Zufall, genauso wenig gibt es einen Zufall in den Komponenten einer gegebenen Situation, in einer gegebenen Zeit. Alles ist immer das Resultat einer unzähligen Anzahl von Faktoren, die fällig werden, um eine Situation zu erzeugen die, direkt davon abstammend, auf logischer Weise abläuft.

Aus psychologischer Sicht, können sich vergangene Ergebnisse als Verdienste offenbaren,( an die Lebens Regeln angepaßte Verhaltensweisen und positive Beziehungen oder die als solche gelten) , oder aber als Hemmnisse ,welche von unbewußten Verhaltensweisen induziert sind und von der Person als negative, störende oder erschwerende Erfahrungen bewertet werden. Wir finden vorwiegend diese "dissonanten" Verhältnisse bei Rückläufigkeit , eingeschlossenen Zeichen oder Aspekten die einen 45°( oder vielfaches) aufweisen.

Wir reden also hier nicht über gut oder böse, über Belohnung oder Strafe, über Moral , rechten oder unrechten Dingen. Wir sehen nur die vergangenen Taten als den natürlichen Ursprung unserer heutigen Lebensentscheidungen. Eine Art persönliche Erbschaft in der es ein Aktivum und ein Passivum gibt, so wie beim Notar, keine Option würde es ermöglichen, das eine anzunehmen und das andere abzulehnen. Wenn man die karmische Lektüre so betrachtet, wird der Astrologe nicht versucht sein über seinen Klienten zu richten, auch wenn dieser es verlangt, um keine Verantwortung über sein Leben nehmen zu müssen.

Global gesehen kann man folgendes sagen.

DIE TEILUNG DES RADIX IN NORD UND SÜD

Um am ehestens zu erkennen, was eher vergangenem einerseits und Reaktionen des hiesigen Lebens ( als Lebensprojekt)andererseits gut zu schreiben ist, teilt man den Radix in zwei und zwar auf der Basis der Quadrate zu den Mondknoten.

Die Südzone erstreckt sich genau zwischen dem Quadrat des Nordknoten zu dem exakten Quadrat des Südknoten im Tierkreiszeichen Sinn. Die vom Nordknoten beherrschte Zone ist dieser genau entgegengestellt.

Die Informationen, die wir in der südlichen Zone vorfinden , zeigen die Ergebnisse vergangener Entscheidungen in Bezug auf Verhalten, Denkart, Wahl der Beziehungen. Sie ist also nicht sehr dynamisch und neigt dazu, die gesammelten Erfahrungen auf identische Weise in den verschiedenen Lebensbereichen zu erleben. Alles läuft so ab, als wären wir sicher, daß sich nichts anders entwickeln kann. Daher die Neigung alte Schemen "abzupausen" oder sie zu verwerfen ohne in Frage zu stellen , ob es da nicht eine andere Vorgehensweise gäbe.

Die Nordzone des Radix ist dann die Stätte eines persönlichen Kampfes, um neue Situationen, die wir früher für erstrebenswert hielten oder aber um eine aktive Fortsetzung ehemaliger Projekte, zu entwickeln. Alles hängt von der Planetenstellung, die in Verbindung mit den Mondknoten sind ab. Daher die Wichtigkeit der karmischen Regenten im Radix.

DIE WICHTIGKEIT DES LEBENSPLANS

Vielseitige Tendenzen des Radix werden zum Leben erweckt, je nach Umständen und Alter , die notwendig sind um ihnen zu begegnen und sie auszulösen, wenn der Plan es eben unter gewissen Umständen verlangt. Sie können sich auf verschiedenen Ebenen entwickeln: physisch, psychisch oder spirituell. Es geschieht demnach so, als ob die Mondknoten, durch die Drachenachse angezeigt, bezeichnend sind für einen vorrangigen Lebensplan, der alle besonderen Lebensumstände transzendiert. Oftmals handelt es sich hier um einen Wunsch, der am Ende eines vorangegangenen Lebens geäußert wurde. Sein Inhalt und seine Dynamik , sowie die Möglichkeiten der Transformation, hängen größtenteils von der Bewußtseinsstufe oder der Unwissenheit des Eigners ab. Unwissenheit bedeutet, im Karmischen, der Mangel an Selbstkenntnis und das sich nicht bewußt sein über die Gründe , die uns zu Entscheidungen bringen. Dieser Plan kann besondere Lebensumstände( Haus) enthalten, aber auch die Transformation eines bestimmten Aspekts unserer Persönlichkeit.

Jeder erfüllt diesen Lebensplan mehr oder weniger, bewußter oder weniger bewußt. Und hier haben wir den Schlüssel zum weiten Sinn einer Existenz, wenn man Ereignisse betrachtet, die so gesehen einen Zusammenhang bilden.

So kann man sagen , daß die Mondknoten Achse der Leitfaden im Radix darstellt, und so eines Lebens.

ANWENDUNGSGEBIETE DER MONDKNOTEN

Das Spiel der gleichen oder entgegengesetzten Mondknoten , läuft vor allem in den Häusern ab. Es ist als würde man eine blockierte Situation verwerfen, und die Person, die es betrifft kann sich nicht vorstellen, daß die umgekehrte Situation wahrscheinlich die Lösung zu ihrem gegenwärtigem Problem ist.

So kann man behaupten, daß die zwei Häuser der Mondknotenachse die Bereiche des Ausdrucks und des Experimentierens der Mondknoten sind , und zwar in Form von gelebten Erfahrungen im physischen Umfeld dieser Person.

Man sollte diese Häuser in einem weiten Sinn betrachten, so findet man heraus, daß sie nicht nur ein besonderer Ort sind, sondern auch an den Plan gebundene Lebensumstände. Man sollte sich auch erinnern , daß der Lebensplan nicht unbedingt Erfolg im sozialen oder gesellschaftlichen Erleben mit sich bringt: es gibt keine andere Belohnung zu diesem "Schlüssel" ,als die von der Person gewünschten.

Einige dieser Vorhaben werden keine großen Konsequenzen in der Entwicklung vorweisen. Sie erlauben es nur einige Wünsche einer Person, die dieser Situation begegnen wollte, zu erfüllen, oftmals um Beziehungs- oder gesellschaftliche Verhaltensformen zu ändern, weil sie diese als falsch eingestuft hat. Andere Projekte in den Häusern verlangen aber eine authentische Bewußtseinsstufe sowie ein gutes Verständnis der geistigen Abläufe. Wir können uns weigern diese Erfahrung zu machen( in diesem Fall wiederholt sich diese Situation ad infinitum), aber meistens ist es dann zum Nachteil anderer Pläne, vor allem dem des Nordknoten im Zeichen. Dann erscheint die Lebenserfahrung unvollständig, oder unnütz, so als fehlte irgend etwas wesentliches und es kann uns dann vorkommen, als versteiften wir uns auf Sackgassen.

GLOBALER SINN DER KARMISCHEN HÄUSER

Mit den Mondknoten assoziiert , erinnern die Häuser des Lebensplans an die indischen Kasten, an die der Mensch gemäß seinem DHARMA gelangt, das heißt also gemäß der Rolle die er, infolge karmischer Resultate vermeintlich spielen sollte. Daher kommt die Idee der Wahl der Geburt, so daß sie Erlangen der persönlichen Planung( die wiederum an die Stellung der Mondknoten in den Häusern gebunden ist) beinhaltet.

Die Geburtsmondknotenhäuser kann man in vier große "Rollen" einteilen, die sich den indischen Kasten annähern.

Feuer Häuser: Rolle der Brahmanen( das sind Personen ,betraut mit der persönlichen Suche und mit den spirituellen Traditionen)

Personen die von vollbrachten Taten intellektuell und spirituell "ernten".

Erd- Häuser: Rolle der Vashias ( Handelstreibende, Erzeuger materieller Reichtümer, die daher über die Ernte materiell vollbrachter Taten verfügen.

Luft Häuser: Rolle der Kshatrias(Krieger) . Personen deren Rolle es ist, die Kohäsion des Kollektivs zu fördern und eventuell dafür geehrt zu werden. Diese Häusergruppe ist vor allem Beziehungsgebunden.

Wasser Häuser: Rolle der Parias( Diener der anderen Kasten). Personen, deren Rolle es ist anderen zu dienen, im Dunkeln sowie in der gesellschaftlichen Anerkennung, und das vor allem in körperliche Aktivitäten und im täglichen Leben.

DEUTUNG DES NÖRDLICHEN MONDKNOTENS IN DEN HÄUSERN

 

Um die nördlichen Mondknoten in den Häusern zu deuten, können sie folgenden Richtlinien folgen. Da es sich um eine Achse handelt, suchen sie im entgegengesetzten Haus den Ursprung der Wahlen die sie in diesem Leben treffen.

Haus I: Erneute individuelle Zentrierung der Motivationen und Bilder. Erkundung der emotionalen Befriedigungen, die nicht durch emotionale Befriedigung begrenzt und die übereinstimmender mit der persönlichen Bestätigung sind. Die Liebesfähigkeit ist in diesem Fall nicht in Frage gestellt. Aber die Person sucht sich selber und einen größeren autonomen Bereich, der es ihr ermöglichten wird, sich sowohl im Allein Sein zu kennen, als auch in Beziehung mit anderen. Hier handelt es sich um ein karmisches Haus der persönlichen und spirituellen Entwicklung , verbunden mit der Rolle des Lehrers( mit den Häusern V und XI).

Haus II: Erkundung der Begabungen und der angeborenen Gedanken Formen. Man bearbeitet die karmische Erbanlage. Berufungen und Pläne ergeben sich aus anderen Existenzen(sozial, Ausdruck, Wille, Eigenschaften etc..). Die Fixiertheit des Projektes des 2. Hauses bringt oft Verhaltens Probleme mit sich, die sich aus einer zu engen oder zu persönlichen Interpretation der Welt ergeben. Karmisches Haus des materiellen Wohlstandes, jedoch ist eine persönliche Großzügigkeit Voraussetzung. ( Mit den Häusern VI und X)

Haus III: intensive geistige Neugier und das Vorhaben, sich klar und einfach zu verständigen . Glückliche Anlagen auf dem Sprach Sektor und vergangener Sozial- Philosophien, aber man erreicht nichts, wenn es sich um ein Prestige- oder Macht - Projekt handelt, oder wenn es darum geht andere zu dominieren. Brüder und Schwestern sind äußerst wichtig in diesem Plan unserer Transformation. Karmisches Haus des Schutzes des sozialen Lebens, der Normen und der kollektiven Werte ( Häuser VII und XI)

Haus IV: In der suche nach Identität wählt man das Heim . Wunsch hier geboren zu werden. Zurück zur emotionalen Welt oder ein Erbe ,das daran gebunden ist, daß man ein Kind dieses Milieus ist. Vorrangig ist das Studium der Identifikationen und Modelle als Lebens Plan. Karmisches Haus des täglichen ruhmlosen Dienen( mit den Häusern VIII und XII)

Haus V: Suche nach konkreter und täglicher Brüderlichkeit , die auf einem authentischeren Selbstbild beruht. Weg von den Philosophien und der Vision, um im Jetzt ein besseres Selbstbewußtsein zu entwickeln. Kinder, Liebe, Vergnügungen sind hier führende Ziele. Risiko: Empfindungs - Schwierigkeit, wenn man sich weigert aus dem Traum und den grandiosen Selbstbildern zu lösen . Karmisches Haus der Bewußtseins Erweiterung.

Haus VI: diese Nordknoten Position ist äußerst günstig für die Entwicklung des Bewußtseins, aber des öfteren mit einem Karma der Pflicht auf der Ebene des Dienens oder der Gesundheit verbunden. Keine Suche nach persönlicher Darstellung wird Früchte tragen. Karmisches Haus der Handwerker und Händler.

Haus VII: Hier muß man sich von Ichbezogenheit und von einem isolierendem Gefühl der Unabhängigkeit lösen , indem man sich mehr um andere kümmert. Ziel: Ehe und eine gute Führung wichtiger Beziehungen. Jupiter betontes Haus der Beziehungen und der rechten Gaben, indem man sich und andere achtet.

Haus VIII: In diesem Haus wird Karma gebildet. Innere Grenzen überschreiten, durch die Notwendigkeit des Loslassen. Richtige Vision: Reaktionen der Angst (vor dem Tod) , der Träume und Erwartungen hinter sich lassen. Im Hier und Jetzt leben. Günstigeres Haus für materielles Glück, als die Häuser IV und XII, da hier die Person die Macht nicht allzusehr ausbaut und desinteressiert an den Ergebnissen ist.

Haus IX: intellektuelle Kreativität , der Sinn für Austausch und der brüderlichen Kommunikation tragen dazu bei, philosophische Angelegenheiten höchsten Niveaus zu lehren oder zu verteidigen. Achtung: Festhalten der Selbstdarstellung in positivem Lichte. Mögliche Begegnung mit einem Meister, Glück auf Reisen und mit Fremden. Mögliche Geburt die mit diesem Typus assoziiert ist( mentale und kulturelle Erbanlage der Familie)

Haus X: Sich von einem zu großen Anhaften an die heimischen Modelle lösen( Heim, Identifikation). Anschauungen über soziale Interessen erweitern. Der Welt jene materiellen Begünstigungen, die sie uns geschenkt hat , zurück geben. Letzte "Station" der Häuser vor der karmischen Fixierung der Zukunft: Den Alltag im Hier und Jetzt leben mit dem größtmöglichen Maß an Verantwortung und Mitwirken: sich von sozialen Identifikationen lösen indem man bis ans Ende seiner Ziele geht.

Haus XI: Plan: Hüter des Kollektivs , Mitwirken und gesellschaftliche Chance, die man als Gegenleistung bekommt. Folgendes lernen: rückerstatten, teilen, sich den anderen öffnen , in gleicher Weise wie den eigenen Brüdern. Eigenständigkeit und Bejahung der eigenen Person entwickeln, indem man an die intellektuelle und gesellschaftliche Erweiterung seiner Umgebung mitwirkt. Sich von Rollen und Anhaftungen lösen, indem man erkennt , was sie sind.

Haus XII: Der größtmöglichen Anzahl an Leute seine Dienste anbieten ohne Belohnung zu erwarten. Risiko eines erhöhten karmischen Gesundheitsproblem , mit dem Ziel gesellschaftliche Bestreben , die obsolet geworden sind, los zu lassen .

Dieser Text stammt aus "Lecture karmique du thème natal" von Irène Andrieu- Editions du Rocher

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